• Gabriele Müller

Überzüchtete Schönheitsideale sind schädlich


Jeder Rassehund, der geboren wird, ist dazu bestimmt, auf eine bestimmte Art und Weise auszusehen und sich zu benehmen. So haben Huskies stehende Ohren, dickes Fell und ziehen gerne Schlitten. Jagdhunde haben schlaffe Ohren und lieben es, Dinge zu suchen und zu finden. Windhunde haben lange Beine und laufen sehr schnell. Und so weiter.

Die Evolution verbrachte viele tausend Jahre durch natürliche Auslese damit den Grauwolf, Vorfahren unserer Hunde, zu einem sehr schönen und erfolgreichen Tier zu machen. Nicht mehr viele Hunderassen haben wolfsähnliche Gestalt. „Ein Wolf in Hundekleidung“ sind unsere modernen Hunde schon lange nicht mehr. Die Natürliche Auslese „der gesündeste überlebt“ wurde ausgeschaltet, der Mensch hat unsere Hunde aus den natürlichen Kräften der Evolution entfernt und künstlich Größe, Formen und Farben nach unseren Wünschen und Bedürfnissen geformt.


Zuchtprogramme sind eine Erfindung der Hundeausstellungsshow, die einzelnen Rassen genetisch zu isolieren. Züchter begannen, sie nur mehr für Familie, Hobby und unsere Vorlieben anstatt für eine Aufgabe zu züchten, wodurch das Wesen in den Hintergrund rückte.


In freier Wildbahn würden viele überzüchtete Hunde als mit den gebogenen Beinformen, den verkürzten Schnauzen und Ohren und zu wenig Fell „Naturunfall“ nicht mehr überleben können. Diese übertriebenen Schönheitsideale haben katastrophale Auswirkungen auf die Lebensqualität unserer Vierbeiner, wie etwa notwendige Operationen, eine Beeinträchtigung der Bewegung und schlechtere Wahrnehmung und Kommunikationsmöglichkeiten mit Artgenossen.


In Zeiten, wo sie keine bestimmte Funktion erfüllten, sind „unterforderte“ Hunde anfällig für Verhaltensprobleme. In ihren Genen liegen immer noch gewisse Verhaltensmuster: Spaniel zum Aufspüren von Wild, Retriever zum Abholen, Schäferhunde zum Hüten, Windhunde zum Hetzen, Sibirische Rassen durch ihre Ausdauer zum Ziehen von Schlitten, …


Erst wenn wir aufwachen und wieder zu den „Allroundern“ in der Zucht zurückkehren, unsere Hunde mit Aufgaben in unser Leben integrieren und sie nicht wie kleine Menschen behandeln, wird das natürliche friedliche Zusammenleben, das wir uns so sehr wünschen, zurückkehren. Unsere Hunde und auch wir leben in einem „langweiligen“ Schlaraffenland, in dem wir auf permanenten Stress der künstlich geschaffene Umwelt mit Kämpfen oder Fliehen reagieren. In solch einem Umfeld ist unser Reptiliengehirn in ständiger Alarmbereitschaft, Erregung eine vorprogrammierte Antwort darauf.


In vielen Fällen ist der Preis, den der Hund und sein endgültiger Hundebesitzer zahlen, zu hoch. Keine gute Idee sind: Rassen, die sehr groß oder winzig klein sind, Hunde mit flachen Gesichtern und zarten Köpfen, bei denen sich das Gehirn Platz bis in den ungeschützten Genickbereich schaffen muss, große Kulleraugen, die das Babyschema vermitteln und Schlappohren die für Ohrinfektionen anfällig sind. Massige Körper, die Arthrose unterstützen, machen unsere Lieblinge zum Dauerpatienten beim Tierarzt.


Ein tierischer Appell an alle zukünftigen Hundeeltern: Wählt verantwortungsbewusst euren Begleiter nach den Kriterien Natürlichkeit, Gesundheit und Wesen aus und stoppt damit jene, die mit der Natur spielen und so viel Schaden verursachen.


Dieser Blog ist KEIN NEIN zum RASSEHUND, sondern ein KLARES NEIN zu jenen Rassen die die Lebensqualität und Gesundheit der Tiere von Anfang an vermindern.


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