• Gabriele Müller

ANGST VOR HUNDEN – und was man dagegen tun kann!

Aktualisiert: 7. Aug 2018



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„Du musst Dich daran erinnern, dass Angst nicht echt ist, es ist ein Produkt deiner Gedanken, die Du kreierst. Gefahr ist echt, aber Angst ist eine Entscheidung!“


Ich habe vor kurzem ein kleines Mädchen mit ihrer Familie kennengelernt. Sie hat panische Angst vor allen Hunden, die ihr entgegenkommen. Auslöser war ein Hundebiss in der Vergangenheit. Durch unverständliche Blicke oder lustige Bemerkungen ihrer Freunde und Freundinnen fühlt sie sich als Außenseiterin. Mittlerweile erzeugen auch komplett andere Situationen wie z.B. ein Betrunkener in der Ubahn Unbehagen.

Cheyenne als sanftmütige Vertreterin der Hunde und ich als Wissensvermittler erarbeiten mit Einfühlungsvermögen gemeinsam mit dem Mädchen ihr verloren gegangenes Vertrauen in Hunde und in sich selbst. Sie lernt unter Anleitung in der Nähe von Hunden einen klaren Kopf und Ruhe zu bewahren und sich der Gefühle, welche die Angst auslösen, bewusst wahrzunehmen und sich ihnen zu stellen, um ihnen die Macht zu nehmen. „Raus aus der Ohnmacht!“

Gesunde Angst schützt vor echten Gefahren, krankhafte Angst ist selbst Gefahr! Vielen Hunden, denen wir an der Leine oder frei laufend begegnen, haben ein zu hohes Erregungslevel. Das wird meist durch fehlende Führung und zu wenig „Beschäftigung“ verursacht. Da kommt es schon mal vor, dass ein Hund auf einen Menschen zuläuft, an ihm hochspringt und so in seinen Individualbereich eindringt. Das Kind oder der Erwachsene fühlt sich bedroht und beengt. Wenn Kinder sich vor Hunden fürchten, liegt das oft auch am Verhalten der Eltern.

Der natürliche Umgang mit Tieren nimmt stetig ab. Einerseits auf der Seite des Hundebesitzers, andererseits auch bei den Menschen, welche ohne Tiere aufwachsen. Angst hat nichts mit Charkterschwäche oder Feigheit zu tun, es wird vielmehr hervorgerufen durch mehrere Faktoren:

  • Die unbewussten Verhaltensweisen der Eltern, welche ja einen Vorbildcharakter haben, prägen die Kinder ab der frühen Kindheit.

  • Traumatische Erlebnisse und Erfahrungen bleibt prägend im Gehirn gespeichert.

  • (Selektiv wahrgenommene) Berichte über ähnliche Ereignisse bestätigen die festgefahrene Meinung.

Angst, Unsicherheit oder im schlimmsten Fall Phobien lösen Nervosität, Herzrasen, Muskelspannung und Schweißausbrüche aus und wirken sich stark einschränkend auf das Leben aus. Vermeiden ist auf Dauer nicht möglich und sehr umständlich und löst nicht die kranke Sichtweise.


Eigentlich ist Angst etwas Gutes, eine durchaus sinnvolle Reaktion unseres Körpers, die uns vor gefährlichen Situationen bewahrt und uns in einen extrem aufmerksamen und leistungssteigenden Zustand versetzt, um auf reale drohende Gefahren blitzschnell zu reagieren. Normalerweise stellt sich nach einer überstanden Situation ein Wohlgefühl ein. Problematisch ist es aber, wenn die „unbegründete Angst“ krankhaft unsere Lebensqualität einschränkt. Mitunter kann sich die Angst auch auf andere Bereiche ausdehnen, in denen man sich der Situation ohnmächtig ausgeliefert scheint.

Je mehr Wissen man sich über das furchteinflößende Wesen Hund aneignen kann, umso besser kann du Situationen eingeschätzt werden. Das ist aber nicht gleichbedeutend mit: „Ich laufe freudig auf jeden fremden Hund zu oder streichle ihn ohne den Besitzer zu fragen.“ Das wäre Missachtung der Hundeetikette. Gesunde Vorsicht, das richtige Verhalten im Umgang mit Tieren und mehr Verständnis auf beiden Seiten schützen vor solchen Aktionen. Hunde sind keine Monster, ihr Verhalten wird vor allem durch das Nicht-Handeln oder falsche Handeln seitens des Hundebesitzers beeinflusst.

Vermeidung ist keine Lösung. Um Ängste zu überwinden, müssen wir uns erst dessen aktiv bewusst werden, dass man keiner echten ernsthaften Bedrohung ausgesetzt ist. Durch die aktive Beschäftigung mit dem Auslöser kann eine Veränderung in Gang gebracht werden. Bewältigungsstrategien mit beispielsweise einem gut erzogenen Therapiehund, beruhigende begleitende Maßnahmen wie Bauchatmung lassen den Betroffenen die Situationen bewältigen. „Die positiven Erfahrungen erzeugen Umdenken und eine Neubewertung der Situationen. Es ist zielführend, die gesamte Familie oder das direkte Umfeld miteinzubeziehen. Gerne begleite ich euch bei diesem Prozess.


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