• Gabriele Müller

Ich bin überfordert, gib mir Führung und Sicherheit!

Aktualisiert: 6. Juni 2018

Geschrieben von Evelyn


Wir haben unsere GoldenRetriever-Labrador Hündin Lovely von einer vermeintlich kompetenten Hobbyzucht geholt. Es hat sich dann leider herausgestellt, dass unsere 3-jährige Golden Retriever-Labrador Hündin offensichtlich ohne jede Zuneigung, Erziehung und sich in dem Rudel selbst überlassen aufgewachsen ist.


Leine gehen, Stubenreinheit und Sozialkontakt zu anderen Hunderassen war ihr gänzlich fremd. Lovely war total schüchtern und verschreckt, kein Spieltrieb und hat in der fremden Umgebung auch nichts gefressen.


Gabi hat uns schon wenige Tage nachdem Lovely bei uns eingezogen ist wieder Hoffnung gegeben. Gleich nach ihrem ersten Besuch hat Lovely die 3-tägige Futterverweigerung unterbrochen. Wir haben gelernt wie Lovely tickt und wir sie aus ihrer eingeengten Welt behutsam befreien können.


Nach 4 Monaten ist unsere Hündin nicht wiederzukennen, ist aufgeblüht und hat Lebensfreude! Sie wedelt mit dem Schweif anstatt ihn unter dem Bauch einzuziehen, geht auf uns zu, sie spielt mit ihrer Leckerli-Rolle und hat sich schon ins Wasser getraut. Vor 4 Monaten unvorstellbar.


Danke für deine Unterstützung und Hilfe, ohne deine Ratschläge wäre die Beziehung zu Lovely sicherlich nicht so gewachsen. Michi, Evelyn, Mario, Emily mit Lovely"


Erwachsene Hunde haben meist eine bewegte Vorgeschichte, sei es von schwarzen Schafen unter den Züchtern oder aus dem Tierschutz. Entsprechend den Genen, Erfahrungen und sozialen Kontakten resultiert dann der Hund den wir übernehmen. Wir Menschen wollen dass es dann diese Tiere sofort besser haben: Mehr Freiheit, viel Liebe und Kuscheleinheiten. Zu diesem Zeitpunkt ist der neue Besitzer aber ein Fremder, der sofort die Individualdistanz unterschreitet ohne vorher eine wirkliche Beziehung aufgebaut zu haben. Damit stressen und überfordern wir unsere Hunde noch mehr.


Versetzen wir uns in die Lage des Hundes. Monotone Aufzucht, mäßiger Auslauf, wenig Sozialkontakte oder auch mehrmals im Tierheim abgegeben ist mit Stress verbunden. Plötzlich ändert sich durch die Adoption das bisher bekannte Leben. Das Erregungslevel ist hoch „Was passiert als nächstes!“ Ab dem Moment wo wir uns für das Tier entscheiden können wir sein Leben lebenswert machen, dazu müssen wir aber erst eine Basis schaffen mit Vertrauen, Freude, Ausgeglichenheit, Routine, aber auch Regeln und Konsequenz. Ohne die beiden letzteren können wir den Hund nicht aus seiner Erregung oder Apathie holen, er bleibt angespannt, unsicher, hektisch, nervös weil wir ihn in eine neue Situation, an unbekannte Orte und zu uns als Fremden holen. Regeln schaffen Vertrauen und Respekt. Und das bereits in kürzester Zeit. Der neue Hund muss erst in unser Leben hineinwachsen damit es für beide Seiten harmonisch wird und bleibt. Gehen wir weg vom Menschendenken, nur zu uns nach Hause holen und lieb sein ist für so ein sozial strukturiertes Tier.


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