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  • Gabriele Müller

Wie das Leben in einem Mehrhundehaushalt funktioniert.

Aktualisiert: 31. Mai 2018



Es gibt außergewönliche Hunde die man sehr selten trifft und dann aber auch wirklich schätzen lernt. Ihr gemeinschaftlich orientierter, souverän ausgeglichener Charakter macht das Zusammenleben harmonisch und fröhlich. So bei meiner mittlerweile über 14-jährigen Sibirischen Huskyhündin Cheyenne.


Seit einem Jahr wohnt nun meine Mutter mit ihrer Terrier-Mischlingshündin Tini bei uns im Haus. Sie ist von der Rasse und ihrem Charakter komplett anders. Sie akzeptiert Korrekturen und Begrenzungen nur mit 100%iger Konsequenz. Mit gesenktem Kopf vermeidet sie Sichtkontakt zu den anderen Hunden und schwindelt sich so aus jeder Situation. Meldeverhalten bedeutet, sich damit nicht auseinandersetzen zu müssen und trotzdem als Sieger aus der Situation zu gehen.


Cheyenne läuft offen und locker auf jedes menschliche Familienmitglied zu, stoppt kurz als Geste des Respekts. In dieser Zeit würde nun die kleine Terrierhündin nach vorne stürmen um als erste gestreichelt zu werden. Realisiert der Mensch dieses "Vergehen" nicht, blickt Cheyenne diesen Menschen mit fragendem Blick an und fängt an die Führung innerhalb des Rudels zu hinterfragen: "Ist das wirklich euer Ernst?". Dies ist eine klare Aufforderung an den Rudelchef "Sorg für Ordnung, damit ich mich wieder glücklich fühlen kann!". Dann schließlich würde sich Cheyenne umdrehen und weggehen: "So einen schlechten Führer begrüße ich nicht".


Viele Hunde haben in Gegenwart der Menschen verlernt, wie man sich in einem Mehrhundehaushalt benimmt, weil wir aus menschlicher Sicht ein auf uns zulaufen als "normal" bewerten. Ein Nicht-Handeln seitens des Menschen würde die freche Terrierhündin in ihrem Handeln bestätigen und bestärken, die Hundeetikette und damit natürlich gelebte Hierarchie zu umgehen und die feinen Signale der Huskyhündin zu ignorieren.


Mit einem Einzelhund ist es lustig und sogar erwünscht, dass dieser ohne nachfragen ins Bett hüpft oder alles fordert was er will. Aber werden in einem Mehrhundehaushalt nicht alle Hunde individuell nach ihrem Charakter und Verhalten behandelt, kann es zu Stress welcher Art auch immer unter den Hunden kommen.


In der Gruppenhaltung ist das miteinander Zurechtkommen anstrengend und braucht viel Impulskontrolle. Hier kann der Mensch als Rudelführer Chaos vermeiden und jedem Hund entsprechend seiner Sozialisierung und Charakter seinen Platz im Rudel zuweisen.


MEIN TIPP: Schlafplätze am besten getrennt oder in angemessener Entfernung aufstellen.


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